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Neujahrsgrüße von Landrat Wilhelm Schneider

„Die Zukunft hängt davon ab was wir heute tun.“ – Mit diesen Worten des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi grüße ich Sie ganz herzlich zum Jahreswechsel 2017/2018.

Hinter uns liegt ein ereignisreiches, arbeitsintensives und teilweise schwieriges Jahr. Im Landkreis haben uns viele Themen bewegt, wie zum Beispiel die fachärztliche und stationäre Gesundheitsversorgung, der öffentliche Personennahverkehr, der Breitbandausbau, die Integration unserer Flüchtlinge, der Straßenbau, die Wirtschaftsförderung und der Tourismus. Der Kreistag und seine Ausschüsse haben in einer Vielzahl von Sitzungen wieder gezeigt, dass Beschlüsse verantwortungsvoll und mit Weitblick gefasst werden, um unsere Heimatregion voranzubringen.

 

Ein vorherrschendes Thema war die Fusion der Sparkasse Ostunterfranken mit der Sparkasse Schweinfurt. Mit dieser Entscheidung haben wir die Weichen dafür gestellt, dass unsere Sparkasse auch langfristig ein stabiler und zuverlässiger Finanzdienstleister und der wichtigste Wirtschaftsförderer der Region bleibt.

 

Auch unsere Haßberg-Kliniken befinden sich in einem schwierigen Veränderungsprozess. Im zurückliegenden Jahr wurden bereits einige Maßnahmen ergriffen, um unsere Krankenhäuser und Medizinischen Versorgungszentren zukunftsgerechter aufzustellen. Nach der jüngsten Ankündigung einer Förderung durch den Freistaat Bayern bestehen für die Fortführung der Geburtshilfestation über das Jahr 2018 hinaus wieder bessere Aussichten. Hierfür ist aber ein Schulterschluss aller Beteiligten notwendig. Damit die Förderung greift, müssen mindestens 50 Prozent der Neugeborenen des Landkreises in den Haßberg-Kliniken das Licht der Welt erblicken – derzeit liegen wir bei nur 45,8 Prozent.

 

Das bedeutet konkret: Die Zukunft unserer Geburtsstation liegt besonders auch in den Händen der werdenden Eltern, die darüber entscheiden, ob sie in Haßfurt ihr Kind zur Welt bringen oder in einer anderen Klinik. Es bleibt also weiterhin unsere Aufgabe gemeinschaftlich daran zu arbeiten, unsere Geburtsklinik für die Zukunft zu sichern.

 

Trotz aller Sorgen und Nöte haben wir viele schöne Momente in unserem Landkreis Haßberge erfahren dürfen. Ich denke da zum Beispiel an die Einweihung unseres Tierheims in Zell am Ebersberg. Mit dem Neubau haben wir eine wichtige Versorgungslücke in der Fundtierbetreuung geschlossen. Oder ich denke auch an die Eröffnung unseres am Landratsamt angegliederten Familienzentrums, das Mütter und Vätern, Alleinerziehenden und Kindern einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützung und Hilfen bietet. Die Stärkung elterlicher Kompetenzen ist der beste und nachhaltigste Ansatz zur Sicherstellung einer gesunden und positiven Entwicklung von Kindern. Perfekt ergänzt wird das Familienzentrum durch das Förderprogramm „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“. Wir wollen, dass alle Familien in unserem Landkreis gleichermaßen von der Kindertagesbetreuung als Form der frühen Bildung profitieren können. Der frühe Zugang zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung eröffnet Chancen für eine bestmögliche Zukunft unserer Kinder.

 

Unser Landkreis Haßberge steht gut da und entwickelt sich sehr positiv. Bei uns herrscht nahezu Vollbeschäftigung, das belegen die anhaltenden niedrigen Arbeitslosenquoten, im November bei 2,3 Prozent. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind so gut wie selten. Unsere Betriebe haben gut gefüllte Auftragsbücher und suchen dringend nach Arbeits- und Fachkräften. Unseren Schulabgängern stehen alle Wege offen. Wer heute ei-nen handwerklichen Beruf anstrebt, hat beste Zukunftsperspektiven. In diesem Zusammenhang möchte ich allen Unternehmern danken, die im Landkreis Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten und investieren.

 

Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs sind wir in diesem Jahr ein großes Stück vorangekommen: Überaus erfreulich – wenn auch zunächst mit einigem finanziellen Aufwand verbunden – ist der Beitritt zum Verkehrsverbund VGN, der zum 1. Januar 2018 erfolgt. Unsere Gemeinden und unsere Bürgerinnen und Bürger haben lange darauf gewartet, sie rücken, was den öffentlichen Personennahverkehr angeht, ein Stück näher an die Metropolregion Nürnberg heran. Die sich daraus ergebenden Vorteile werden unsere Pendler, aber auch Wochenendausflügler rasch zu schätzen wissen. Eingeleitet haben wir außerdem die ersten Schritte in Richtung Nahverkehr Mainfranken. Der Gesellschaftervertrag für die „Verkehrsverbund Mainfranken GmbH“ wurde am 11. Dezember unterzeichnet. Dieser gilt als Basis für die weitere Zusammenarbeit. Wegen der geografischen Lage ist die Beteiligung an dem Verkehrsverbund Mainfranken genauso wichtig wie die Beteiligung am VGN.

 

Die Herausforderungen des demographischen Wandels werden auch für unseren Landkreis immer vielschichtiger und komplexer. Der Rückgang der Schülerzahlen, die Überalterung der Gesellschaft sowie der allgemeine Bevölkerungsrückgang stellen insbesondere für die nachhaltige Aufrechterhaltung der Mobilität eine große Herausforderung dar. In diesem Zusammenhang bildet der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) einen besonders sensiblen Bereich, um für die Bürgerinnen und Bürger auch zukünftig ein attraktives und nachhaltiges Angebot sicherstellen zu können. Dem Landkreis Haßberge und unseren kommunen ist es wichtig, ein bürgerorientiertes und praxisnahes Konzept für unseren Landkreis zu erstellen, das künftig die Mobilität der Landkreisbürger nachhaltig verbessert. Ein flexibles und durchgängiges Mobilitätssystem trägt zur Stärkung der Region und zur Erhöhung der Lebensqualität bei. Ergänzend zum Linienverkehr sind unter anderem bedarfsgerechter Bürgerbus-Systeme denkbar.

 

Des Weiteren hat der Kreistag die Weichen dafür gestellt, dass die Investitionen in unsere Schulen fortgesetzt werden: Mit der anstehenden Generalsanierung der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt und dem Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Heimat, steigern die Attraktivität der Region und bieten unseren Kindern und Jugendlichen hervorragende Bildungsmöglichkeiten.

 

Auch für das Jahr 2018 haben wir uns wieder viel vorgenommen und ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam wieder viel für unseren Landkreis und alle hier lebenden Menschen umsetzen und erreichen können.

 

Mögen Ihre Erwartungen an das Jahr 2018 in Erfüllung gehen.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute, Glück, Gesundheit und Gottes Segen!

 

Ihr Landrat Wilhelm Schneider

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